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Creative Commons Andere Zeiten, andere Lizenzen Sind Sie Künstler? Musiker? Journalist? Grafiker, Maler, Modemacher, Filmausstatter, Dichter, Fotograf, Webdesigner? Wenn ja, dann haben Sie schon einmal etwas mit dem Urheberrecht zu tun gehabt. Schließlich dient es dazu, Ihre Interessen zu schützen. Aber manchmal steht es der Kreativität auch im Weg. Creative Commons soll dabei helfen, das zu ändern.  |
Viel Schutz, wenig Freiraum
Der Grundsatz des Urheberrechts ist es, „persönliche geistige Schöpfungen“ (so steht's im Gesetzestext) der Urheber zu schützen. Das passiert in den meisten Fällen automatisch – der Urheber muss keinen Antrag stellen, kein Registrierungsformular ausfüllen. Und der Schutz gilt bis 70 Jahre nach dem Tod des Schöpfers, geht also an die Erben oder Rechtsnachfolger über.
Doch dieser Schutz kann auch ein Problem sein. Für diejenigen nämlich, die gerne Teile urheberrechtlich geschützter Werke verwenden möchten, um Neues zu schaffen. Ironischerweise sind das natürlich oft dieselben Menschen, deren eigene Werke geschützt sind: Musiker, die Samples verwenden möchten, Filmemacher und Journalisten, die Ausschnitte aus anderen Filmen in ihre eigenen einbauen wollen, oder Webdesigner, die eine schicke Grafik in ihre Internet-Seiten integrieren möchten. All das ist nicht verboten, nur muss man die Rechteinhaber um Erlaubnis bitten und ihnen gegebenenfalls Geld bezahlen. Das ist im Prinzip ein vernünftiges Verfahren. Doch in der Praxis hat es auch Nachteile.
Sand im Kreativitäts-Getriebe
Denn diese „Rechteklärung“, wie die Fachleute sie nennen, ist eine Sisyphosarbeit, die fast nur noch große Firmen leisten können. Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten beschäftigen Heerscharen von Juristen in ihren Abteilungen „Honorare und Lizenzen“, Filmemacher zahlen viel Geld an Anwaltskanzleien, die dafür sorgen, dass Studios ihr OK geben, wenn im Dokumentarfilm ein Plakat eines berühmten Streifens im Hintergrund zu sehen ist, die Major Labels haben eigene Abteilungen, die für ihre Musiker aushandeln, wessen Samples sie zu welchem Preis verwenden dürfen. Davon lebt eine ganze Industrie – in erster Linie Anwälte – ausgezeichnet.
Für Kreative ist es oft genug ein Hemmnis. Denn wenn man kein Geld oder eine große Firma im Rücken hat, die den Weg weist, kann man sich leicht im Paragraphengestrüpp verfangen. Schadenersatzforderungen, Abmahnungen, Unterlassungserklärungen können die Folge sein. Nervig, im schlimmsten Fall ruinös teuer – und nicht gerade inspirierend. Creative Commons könnte dabei helfen, das zu ändern.
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| 01.02.05 |
, Matthias Spielkamp |
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